Garten anlegen in Hannover: Was Boden und Lage vorgeben
Wer in Hannover einen Garten anlegt, sollte mit dem Boden beginnen, nicht mit der Pflanzenliste. Die Stadt liegt im Norddeutschen Tiefland, entsprechend trifft man in vielen Grundstücken auf sandig bis lehmig geprägte Böden, deren Wasserführung sich schon auf wenigen Metern unterscheiden kann. Dazu kommen ein mildes, über das Jahr recht gleichmäßig feuchtes Klima und in vielen Wohnlagen ein alter Baumbestand, der Licht und Wurzelraum für sich beansprucht. Diese drei Gegebenheiten legen mehr fest als jeder Gestaltungswunsch.
Zuerst den Boden verstehen
Machen Sie die einfachste Prüfung selbst: Nehmen Sie eine Handvoll feuchte Erde und formen Sie eine Wurst. Zerfällt sie sofort, dominiert Sand, das Wasser läuft schnell durch und Nährstoffe werden ausgewaschen. Lässt sie sich glatt ausrollen und glänzt beim Streichen, überwiegt Ton oder Lehm, dann speichert der Boden Wasser, verdichtet aber leichter und wird bei Trockenheit hart.
Graben Sie an zwei oder drei Stellen ein Loch von etwa 40 Zentimetern Tiefe und füllen Sie es mit Wasser. Ist es nach wenigen Stunden leer, haben Sie es eher mit durchlässigem Untergrund zu tun; steht das Wasser am nächsten Tag noch, gibt es Staunässe. Beides ist kein Problem, aber es bestimmt die Pflanzenwahl. Für eine belastbare Aussage über Nährstoffe und pH-Wert hilft eine Bodenprobe, die über Labore ausgewertet wird. Das ist überschaubar aufwendig und erspart jahrelanges Herumprobieren.
Der Faktor, den Neubau-Gärten teuer macht
Auf Grundstücken, auf denen kürzlich gebaut oder umgebaut wurde, liegt oft kein gewachsener Boden mehr, sondern verdichtetes Material und aufgefüllter Aushub. Baufahrzeuge pressen den Untergrund so stark zusammen, dass Wasser nicht mehr versickert und Wurzeln nicht mehr eindringen. Wenn frisch gepflanzte Sträucher kümmern oder der neue Rasen nach jedem Regen unter Wasser steht, liegt es fast nie am Saatgut, sondern an der Verdichtung darunter. Lockern, Bodenaustausch in den Pflanzbereichen oder eine gezielte Entwässerung sind dann die eigentliche Arbeit. Ein Landschaftsbaubetrieb erkennt das beim Spatenstich.
Licht, Bäume und die Grünlagen der Stadt
Hannover ist eine grüne Stadt: die Eilenriede als innerstädtischer Stadtwald, die Herrenhäuser Gärten, der Maschsee prägen das Bild, und auch in vielen Wohnstraßen stehen ausgewachsene Bäume. Für Ihren Garten bedeutet das zweierlei. Erstens: Schatten ist ein Standortfaktor, kein Makel. Halbschattige und schattige Bereiche lassen sich mit Stauden und Gehölzen, die dafür gemacht sind, wesentlich schöner bepflanzen als mit Sonnenanbetern, die dort dauerhaft leiden.
Zweitens: Große Bäume ziehen Wasser und Nährstoffe aus einem weiten Umkreis, und ihre Wurzeln dulden keine Konkurrenz. Unter Altbäumen brauchen Sie Pflanzen, die mit Wurzeldruck und Trockenheit im Sommer zurechtkommen. Wichtig außerdem: Für den Schutz von Bäumen gelten je nach Kommune Satzungen, und Arbeiten im Wurzelbereich oder Fällungen können genehmigungspflichtig sein. Erkundigen Sie sich, bevor die Säge läuft, nicht danach.
Was bei der Planung wirklich zählt
Bevor Sie über Pflanzen sprechen, klären Sie die Struktur:
- Wasser: Wohin läuft Regenwasser vom Dach und von befestigten Flächen? Versickerung braucht Fläche und durchlässigen Untergrund, sonst steht das Wasser an der falschen Stelle.
- Wege und Zufahrten: Der Unterbau entscheidet über die Haltbarkeit. Eine schön verlegte Fläche auf schlechtem Unterbau sackt innerhalb weniger Jahre.
- Höhen: Wo muss abgefangen werden, wo kann modelliert werden? Ab einer gewissen Höhe sind Stützkonstruktionen eine statische Frage.
- Nutzung: Wer benutzt den Garten wie? Ein Spielrasen, eine Terrasse und ein Staudenbeet stellen völlig verschiedene Anforderungen.
- Pflege: Der ehrlichste Punkt. Planen Sie so viel Garten, wie Sie realistisch pflegen wollen.
Pflanzzeit und Etappen
Im norddeutschen Klima sind Herbst und Frühjahr die klassischen Pflanzzeiten. Der Herbst hat den Vorteil, dass der Boden noch warm und meist ausreichend feucht ist, sodass Gehölze bis zum Frühjahr anwurzeln. Sommerpflanzungen sind möglich, verlangen aber konsequentes Wässern über Wochen. Und niemand muss alles in einer Saison fertigstellen. Sinnvoll ist die Reihenfolge: erst Boden und Entwässerung, dann Wege und Terrasse, dann Gehölze, zuletzt Stauden und Rasen. Wer umgekehrt beginnt, gräbt das Fertige wieder auf.
Fazit
Der hannoversche Garten wird nicht von der Pflanzenliste bestimmt, sondern von Boden, Wasser und Licht. Prüfen Sie den Untergrund, nehmen Sie Verdichtungen aus Bauphasen ernst, akzeptieren Sie Schatten als Standort statt als Problem und bauen Sie den Garten in der richtigen Reihenfolge auf. Dann ist er nach drei Jahren dort, wo andere nach drei Jahren wieder anfangen.