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Dach sanieren in Hannover: Ablauf, Zeitpunkt und worauf Hausbesitzer achten

Wer in Hannover sein Dach sanieren lassen will, durchläuft in aller Regel dieselben Schritte: Ein Fachbetrieb nimmt den Bestand auf, legt ein schriftliches Angebot vor, anschließend werden Gerüst gestellt, alte Eindeckung abgetragen, Sparren und Schalung geprüft und der neue Aufbau erstellt. Der passende Zeitpunkt liegt zwischen Frühjahr und Frühherbst, weil das Dach währenddessen über Tage offen liegt. Und der wichtigste Punkt für Hausbesitzer: Die Entscheidung über die Dämmung fällt jetzt oder für die nächsten Jahrzehnte gar nicht mehr.

Woran Sie erkennen, dass das Dach an der Reihe ist

Ein Dach kündigt sein Ende selten mit einem einzelnen dramatischen Schaden an, sondern über eine Reihe kleiner Hinweise. Achten Sie auf verschobene oder gerissene Pfannen, auf Feuchteränder an der Innenseite der Dachschräge, auf abgeplatzte Oberflächen von Betondachsteinen und auf Rinnen, die trotz Reinigung immer wieder überlaufen. Auch ein Dachboden, der nach Regentagen muffig riecht, ist ein Signal.

In Hannover kommt ein baugeschichtlicher Umstand hinzu. Die Stadt wurde im Zweiten Weltkrieg schwer zerstört, entsprechend prägen Gebäude der Wiederaufbaujahre bis heute ganze Straßenzüge. Deren Dachstühle sind konstruktiv oft schlicht und robust, aber sie wurden zu einer Zeit errichtet, in der Unterdeckbahnen und Dämmstoffe noch keine Selbstverständlichkeit waren. Viele dieser Dächer haben inzwischen ihre zweite Eindeckung hinter sich. Wenn Sie ein Haus aus dieser Epoche besitzen, ist eine fachliche Einschätzung selten verfrüht.

So läuft die Sanierung praktisch ab

Der übliche Ablauf lässt sich gut vorhersehen:

  • Bestandsaufnahme: Der Dachdecker begutachtet Eindeckung, Unterkonstruktion, Anschlüsse und Entwässerung, meist von innen und außen.
  • Angebot: Ein belastbares Angebot benennt Material, Aufbau, Gerüst, Entsorgung und Nebenarbeiten getrennt voneinander.
  • Gerüstbau: Er gehört zur Baustelle und braucht Platz sowie gegebenenfalls eine Genehmigung, wenn öffentlicher Grund berührt wird.
  • Abtragen und Prüfen: Erst wenn die alte Deckung herunter ist, zeigt sich der wahre Zustand von Latten, Schalung und Sparren. Hier entstehen die meisten Nachträge.
  • Neuaufbau: Unterdeckung, Konterlattung, Traglattung, Dämmung, Eindeckung, danach Klempnerarbeiten an Rinnen, Kehlen und Anschlüssen.
  • Abnahme: Gemeinsame Begehung, Mängelprotokoll, Unterlagen und Rechnung.

Warum das Wetter den Terminplan bestimmt

Hannover liegt im Norddeutschen Tiefland und hat ein maritim beeinflusstes Klima: Der Niederschlag verteilt sich recht gleichmäßig über das Jahr, die Winter sind eher mild und feucht als streng, dafür ziehen im Herbst und Winter regelmäßig kräftige Westwindlagen durch. Für ein Dach heißt das: Schneelast ist selten das Hauptproblem, Windsog und Dauerregen sind es umso häufiger.

Deshalb ist die Jahreszeit weniger wegen der Temperatur wichtig als wegen der Planbarkeit. Zwischen April und September lassen sich offene Bauabschnitte verlässlicher schließen. Ein seriöser Betrieb wird Ihnen erklären, wie er das Dach über Nacht und bei angekündigtem Regen sichert. Fragen Sie danach, das ist kein Misstrauen, sondern eine berechtigte Planungsfrage. Wird ein Dach im Winter geöffnet, weil ein akuter Schaden es erzwingt, ist das machbar, aber der Aufwand für Notabdeckungen steigt.

Die Dämmung gehört in dieselbe Entscheidung

Wenn das Dach ohnehin offen liegt, ist der Aufwand für eine Dämmung deutlich geringer als bei einer separaten Maßnahme später. Gesetzliche Anforderungen an den Wärmeschutz greifen in der Regel, sobald größere Flächen erneuert werden; welche Variante zu Ihrem Haus passt, hängt vom Ausbauzustand ab. Grob unterschieden:

  • Oberste Geschossdecke: Die einfachste Lösung, wenn der Dachraum nicht bewohnt wird und es auch nicht werden soll.
  • Zwischensparrendämmung: Üblich beim ausgebauten Dachgeschoss, ohne dass die Dachhaut verändert werden muss.
  • Aufsparrendämmung: Aufwendiger, aber sinnvoll, wenn ohnehin neu eingedeckt wird und der Wohnraum darunter erhalten bleiben soll.

Für Sanierungen dieser Art existieren staatliche Förderprogramme. Die Bedingungen ändern sich jedoch, und Anträge müssen häufig vor Auftragsvergabe gestellt werden. Klären Sie das früh mit Ihrem Betrieb oder einer Energieberatung, nicht erst, wenn das Gerüst steht.

Worauf Sie bei der Betriebsauswahl achten sollten

Lassen Sie sich mehrere Angebote geben und vergleichen Sie nicht nur die Endsumme, sondern die Positionen. Ein günstiger Preis, in dem Entsorgung, Gerüst oder Unterdeckbahn fehlen, ist kein günstiger Preis. Achten Sie außerdem auf den Umgang mit Altmaterial: In Gebäuden, die vor den 1990er-Jahren errichtet oder umgebaut wurden, können asbesthaltige Zementplatten verbaut sein. Solche Bauteile dürfen nur von entsprechend qualifizierten Betrieben demontiert und entsorgt werden. Wenn ein Anbieter das beiläufig abtut, ist das ein Warnsignal.

Halten Sie Termine, Zahlungsplan und Umgang mit Nachträgen schriftlich fest. Gerade beim Punkt Nachträge lohnt eine klare Absprache, denn was unter der alten Eindeckung zum Vorschein kommt, kann niemand vorher garantieren.

Fazit

Eine Dachsanierung in Hannover ist gut planbar, wenn Sie drei Dinge früh klären: den Zustand der Unterkonstruktion, das Zeitfenster im wetterfreundlichen Halbjahr und die Frage der Dämmung. Der hannoversche Baubestand aus den Wiederaufbaujahrzehnten macht dabei häufig eine ehrliche Bestandsaufnahme nötig, weil unter der sichtbaren Deckung mehr steckt, als von der Straße aus erkennbar ist. Wer sich Zeit für Angebotsvergleich und schriftliche Absprachen nimmt, vermeidet die meisten unangenehmen Überraschungen.

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